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Pflanzenschutz aktuell Feldbau vom 5. August 2020

Der Ausfallraps sollte vor der mechanischen Beseitigung genügend aufwachsen können. Beachten Sie dabei allerdings ein paar Punkte. Die Überwachung des Maiswurzelbohrers ist in vollem Gange. Ambrosia und Stechapfel sollten unbedingt vor der Samenreife ausgerissen werden.

Raps

Bekämpfung von Ausfallraps
Nach der Rapsernte sollte keine Bodenbearbeitung mit dem Pflug durchgeführt werden, damit der Ausfallraps schön auflaufen kann. Befinden sich eine Parzelle in einer trockenen Gegend, fördert ein oberflächliches Aufkratzen der Strohmatte (maximal 3 cm in den Boden) das zusätzliche Auflaufen des Lichtkeimers.

Der Ausfallraps sollte aber nicht länger als bis Mitte August wachsen können. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • In Fruchtfolgen mit Rüben besteht die Gefahr, dass sich Nematoden vermehren können
  • Sollte der Ausfallraps mit Phoma befallen sein, erhöht sich das Infektionsrisiko für die Raps-Neuansaat
  • Fruchtfolgekrankheiten wie Kohlhernie und Verticillium können sich vermehren
  • Benachbarte Raps-Neuansaaten werden aus Altraps heraus stärker vom Erdfloh befallen.
  • Ein weiterer Grund dafür den Raps nicht so stark aufwachsen zu lassen ist, dass man ihn so auch mechanisch besser einarbeiten kann.

Zwischen Raps und im Oktober gesäten Wintergetreide kann es ausserdem sinnvoll sein, eine passende Zwischenkultur anzusäen. Die Zwischenkultur ist freiwillig und muss zwingend in die Fruchtfolge passen. Neben der Unterdrückung von Unkraut wird die Humusbilanz, die Bodenstruktur sowie die Stickstofffixierung verbessert.

Neuansaat
Zeit sich über die Unkrautbekämpfung Gedanken zu machen. Dabei stehen sowohl eine Untersaat, das Hacken oder die chemische Bekämpfung zur Verfügung. Bei den Pflanzenschutzmitteln haben sich dabei in den letzten Jahren Brasan Trio, Colzor Trio oder Devrinol Top bewährt. Neuer hingegen ist die Variante Butisan S + Tanaris mit einer guten Wirkung gegen Klebern, Ehrenpreis und Storchenschnabel. Eine weitere Variante bietet Nimbus Gold. Aufgrund seiner verkapselten Wirkstoffe, wird die Abdrift vermindert und der Wirkstoff bleibt länger wirksam.

Mais

Maiswurzelbohrer
Beim Maiswurzelbohrer handelt es sich um einen Quarantäneschädling, der gemäss Pflanzengesundheitsverordnung überwacht werden muss. Der Schaden entsteht erst ab dem zweiten bis dritten Jahr Mais auf der gleichen Parzelle, weshalb auf Feldern, auf denen die Fruchtfolge eingehalten wird, keine Gefahr besteht.
Auch in diesem Jahr hängen wieder in der ganzen Schweiz die Maiswurzelbohrerfallen. Neu werden die Fallen nicht mehr in der Nähe von Verkehrsachsen platziert, sondern es wird ein gleichmässiges Punktenetz über die Schweiz gelegt. Die Gemeinden, in denen Fallen aufgehängt werden, sind somit vordefiniert. Bei den Fallen handelt es sich um vollkommen ungefährliche Klebefallen, die den Maiswurzelbohrer mit einem Duftstoff anziehen. Auf die Maispflanzen haben die Fallen keine Auswirkung. Die jeweiligen Fachstellen Pflanzenschutz kümmern sich sowohl um das Aufstellen sowie auch um das Kontrollieren und Abbauen der Fallen.

Diverse Kulturen

Ambrosia
Dank der Mithilfe von Gemeindearbeitern und Bewirtschaftern konnte die Ausbreitung der Ambrosia stark reduziert werden. In den letzten Jahren konnte aber wieder ein leichter Anstieg der Neufunde registriert werden. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass die Sensibilität gesunken ist. Ambrosia kann vor allem in Sonnenblumen auftreten, da beide Arten sehr nahe verwandt sind und aus diesem Grund die in den Sonnenblumen eingesetzten Herbizide keine Wirkung zeigen. Bei einem frühen Einsatz von Maisherbiziden kann auf einer Maisfläche ebenfalls eine Vermehrung stattfinden. Ambrosiapflanzen lassen sich sehr einfach bekämpfen, indem sie einfach ausgerissen werden. Blühen die Pflanzen bereits, empfiehlt es sich, einen Atemschutz zu tragen, da viele Menschen allergisch auf die Pollen reagieren. Auch Handschuhe sind ein Muss, um allergische Hautausschläge zu vermeiden. Die Pflanzen müssen anschliessend zwingend im Kehrricht entsorgt werden. Melden Sie der Fachstelle Pflanzenschutz unbedingt die Anzahl gefundenen Pflanzen sowie den Ort. So können wir Sie in Zukunft bei der Bekämpfung unterstützen können.

Stechapfel
Der hochgiftige Stechapfel ist am Blühen und bildet zum Teil schon die ersten Samenbehälter. Erkannt werden kann der Stechapfel an seinen grossen gelappten und spitzigen Blättern sowie an der viergeteilten, stacheligen Samenkapsel. Die trompetenförmigen Blüten sind weiss, öffnen sich aber nur während der Nacht.

Bekämpft wird der Stechapfel am besten durch das Ausreissen samt Wurzel. Dazu müssen zwingend Handschuhe getragen werden, da das Gift, welches in der ganzen Pflanze vorkommt, Ausschläge auslösen kann. Bereits die kleinsten Samenkapseln sind in der Lage, keimfähige Samen zu bilden, weshalb die Pflanzen nicht auf dem Feld liegen bleiben dürfen.

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