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Hygiene im Stall

Infiziert sich eine Kuh mit einem Mastitiserreger, muss das noch nicht bedeuten, dass sie auch an einer Mastitis erkrankt. Ist die Kuh gesund und hat ein ausgezeichnetes Immunsystem kann sie den Erreger häufig unterdrücken.

Viele Milchkühe sind auf einem Leistungsniveau unterwegs, in welchem ihr Immunsystem nicht in der Lage ist, Mastitiserreger zu bekämpfen. Vor allem nicht, wenn der Erreger gehäuft im Stall vorkommt. Daher ist es wichtig mit dem richtigen Milieu im Stall das Erregerwachstum zu unterbinden und die Kuh möglichst vor einer Infektion zu bewahren.

Liegefläche

Liegeflächen sollen trocken, sauber und mit einem möglichst hohen pH-Wert versehen sein. 

Umweltkeime bevorzugen einen neutralen pH-Wert (ca. 7), das Einbringen von Kalk in die Liegefläche wirkt alkalisch, ein pH-Wert von 9-10 ist anzustreben. Zuviel Kalk aber auch zu hartes Stroh (z.B. Rietstreu, Rapsstroh) kann an der Zitzenhaut Mikroverletzungen verursachen, welche eine einfache Eintrittspforte für Erreger darstellen. 

Nach dem Melken soll die Kuh mindestens 30 Minuten warten mit Abliegen, damit der Zitzen-Schliessmuskel Zeit hat sich zu verschliessen.

Saubere Tiere

Umweltkeime gelangen nicht immer auf dem direkten Weg von der Stallumgebung an das Euter der Kuh, auch über das Fellkleid, die Klauen oder den Schwanz kommen die Keime mit der Zeit ans Euter. Darum gilt, saubere Kühe tragen weniger Keime mit sich = geringeres Infektionsrisiko. An folgenden Orten kann sich die Kuh typischerweise infizieren:

  • Streifenvorhänge
  • Liegefläche
  • Verschmutzte Laufgänge (mind. 3-4x täglich abschieben)
  • Überall wo die Kuh beim Durchlaufen an einer Wand oder an einem Pfosten streift.
  • Dreckiger Schwanz (aufgrund zu dünnen Kots oder weil der Schwanz nicht in die Liegebox gezogen wird.)
  • Wartebereich zum Melken

Tränken

Überall wo’s feucht ist, können sich Keime besser entwickeln. Können wir einen Bereich nicht trocken halten, ist es umso wichtiger, diesen sauber zu halten. Denn mit dem Eintauchen des Flotzmauls bringen die Kühe automatisch Keime ins Wasser und meist auch Futterreste. Daraus entsteht rasch ein Biofilm, welcher zu Beginn noch nicht sichtbar ist. Doch nicht nur im Tränkewasser, auch rund um die Tränke muss es sauber sein, denn während dem Trinken hebt die Kuh gerne ihren Kopf aus dem Wasser, dabei tropft Wasser beispielsweise auf die Rückwand der Tränke und spritzt danach zurück in das Becken und schon ist das Tränkewasser mit noch mehr Keimen versetzt. Eine tägliche Reinigung der Tränke ist unverzichtbar.

Futter

Die Sauberkeit im gesamten Ablauf der Fütterung vom Feld bis auf den «Teller» ist umfassend und sehr wichtig. Erfahren Sie mehr dazu am Online Fachabend vom Strickhof: 14. Dezember, 19:30 Uhr.

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