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Öko-Augenblick – Wiesentypen

Extensiv oder wenig intensiv genutzte Wiesen – also Biodiversitätsförderflächen (BFF) – beinhalten verschiedene Wiesenarten oder -typen. Angemeldet wurden nämlich solche, die betrieblich passten und nicht unbedingt die, die dem Gesetzgeber vorschwebten.

Die Meinung war, dass, falls denn der Standort stimmt, sich jede Art Wiese in eine artenreiche, wertvolle Wiese verwandelt, wenn sie spät genutzt und nicht mehr oder nur mit wenig Mist gedüngt wird. Die Zeit und die Erfahrung haben nun aber gezeigt, dass die obige Meinung auch an idealen Standorten nur bedingt stimmt. Es ist zwar so, dass sich eine Wiese verändert, wenn sie spät genutzt und nicht oder wenig gedüngt wird. Dass sie aber in jedem Fall artenreich wird, hat sich nicht bewahrheitet.

 

Eine alte Futterbauweisheit sagt, dass Nutzung und Düngung übereinstimmen müssen, damit der Pflanzenbestand stabil bleibt. Eine zweite Weisheit bezieht den Standort mit ein und sagt, dass der Standort bestimmt, welche Wiesenart überhaupt möglich ist.

 

In der Biodiversitätsförderung ist die Bewirtschaftung in den Grundzügen vorgegeben und diese stimmt für extensiv oder wenig intensiv genutzte Wiesen in der Regel nicht schlecht. Beeinflussen lässt sich also vor allem die Auswahl des Standortes, die Düngung und allenfalls der Pflanzenbestand, indem passende Arten eingebracht werden. Dies ist häufig nötig, da die gewünschten Arten nicht mehr vorhanden sind.

 

Welches sind denn nun die Pflanzenbestände, die als BFF mit Qualität taugen? Und welche Standorte eignen sich? Fast alle, ist die Antwort auf den Standort. Ausser schwarze Erden und Standorte mit vielen Problemunkräutern. 

 

Wüchsige Fromentalwiesen

Ist der Standort nährstoffreich und frisch, kann sich als Leitgras Fromental, aber auch etwas Goldhafer ansiedeln. Grundsätzlich handelt es sich um einen grasreichen und oft auch dichten Bestand mit etwas Rotklee, wenig Pippau, Sauerampfer und eventuell bereits etwas Wiesenflockenblume. Solche Wiesen weisen noch keine Qualität (QII) auf, da das Licht in den unteren Schichten fehlt: gelber Klee oder auch das Ruchgras finden kaum Platz. Etwas ausgemagert und passende Arten eingebracht, überführen wüchsige in echte Fromentalwiesen. 

 

Echte Fromentalwiesen

Ist der Standort eher tiefgründig und frisch?

Dann wäre eine echte Fromentalwiese mit Fromental als Leitgras und anderen Gräsern wie Gold- und Flaumhafer, Wiesenschwingel oder Geruchgras, und Blumen wie Habermark, Flockenblumen, Witwenblumen, Margerite oder Pippau das Richtige. Der Pflanzenbestand ist mitteldicht und ohne geschlossene Grasnarbe. In diesen Lücken können sich aufkommende Keimlinge entwickeln, aber kleinwüchsige Arten haben immer noch zu wenig Licht. 

Dieser Wiesentyp ist produktiv und auf eine Nährstoffzufuhr angewiesen. Ein fruchtbarer Boden liefert diese über längere Zeit nach, ohne dass eine Düngung nötig wäre. Bei übermässiger Ausmagerung ist eine Mistgabe alle paar Jahre sinnvoll, sonst entwickelt sich die Wiese in eine Magerwiese (Trespenwiese), die wiederum andere Pflanzenarten bräuchte (siehe weiter unten).

Wenn die Wiese gemistet werden soll, muss sie zwingend als wenig intensiv genutzte Wiese angemeldet sein. Auch bei diesem BFF-Typ ist QII möglich, aber die Beiträge sind einiges tiefer als bei extensiv genutzten Wiesen.

echte Fromentalwiese
Eine echte Fromentalwiese mit vielen Blüten

 

Wüchsige Trespenwiesen:

Auf trockenen, durchlässigen Böden und sonnigen Standorten ist eine artenreiche Magerwiese mit der aufrechten Trespe als Leitgras, aber auch vielen Kräutern wie Wiesensalbei, Wiesenknopf, Dost, Esparsette, Habichtskraut, Klappertopf und Kleearten wie Horn-, Wund- oder Schotenklee der richtige Bestand. Diese Wiesen sind trockenheitsresistent und bestehen hauptsächlich aus tiefwurzelnde Gräser, Kräuter und Leguminosen. Der Pflanzenbestande ist locker und leicht lückig, offene Bodenstellen sind teilweise sichtbar. Wird diese Wiese noch magerer, entwickelt sich eine echte Trespenwiese.

 

Echte Trespenwiese

Sie entwickeln sich bevorzugt auf trockenen, sonnigen und flachgründigen Böden. Sie sind häufig nicht so artenreich und farbig wie die wüchsigen Trespenwiesen, beherbergen aber seltene Arten, wie z.B. der Hufeisenklee, die gemeine Skabiose und oft auch Orchideen. Der Pflanzenbestand ist sehr locker, lückig und weist offene Bodenstellen auf, was eine Vermehrung der langsam wachsenden Pflanzenarten möglich macht. 

 

Welche Bewirtschaftung für die Wiesenbewohner und -bewohnerinnen in den verschiedenen Wiesentypen förderlich ist, ist ein anderes Kapitel und wird in den folgenden Öko-Augenblicken Thema sein.

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