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Pflanzenbau News 19. Juli 2023

Themen dieser Woche: Stoppelbehandlungen: Korrigenda zum PSB «schonende Bodenbearbeitung» ¦ Zuckerrüben: Cercospora beticola ¦ Weizen: Schwarzbeinigkeit ¦ Kartoffeln: Krautfäule, Kartoffelkäfer

Stoppelbehandlungen

Korrigenda zum PSB «schonende Bodenbearbeitung»

Im Pflanzenschutz Aktuell der letzten Woche ist uns ein Fehler unterlaufen. Dies beim Produktionssystembeitrag «schonende Bodenbearbeitung», wo max. 1’500 g/ha Wirkstoff Glyphosate von der Ernte der vorangehenden Hauptkultur bis zur Ernte der beitragsberechtigten Hauptkultur eingesetzt werden darf. Dies entspricht 4,1 lt/ha Glyphosat 360 bzw. 3,1 lt/ha Glyphosat 480 gemäss Mittelheft, Seite 103. Wir haben aus Versehen die Aufwandmengen vertauscht. Wir bedanken uns bei unserer aufmerksamen Leserschaft für die Hinweise.

 

Zuckerrüben

Cercospora beticola

Im Rahmen des Cercospora-Monitorings im Projekt PFLOPF haben wir diese Woche weitere Befälle in den Regionen Andelfingen, Marthalen, sowie Buch am Irchel gefunden. Betroffen sind vorwiegend weniger robuste Sorten. 

Kontrollieren Sie Ihre Rüben entlang von Waldrändern, letztjährigen Rübenparzellen und Rübenhaufen. An solchen Stellen ist mit dem Erstbefall zu rechnen, darum sind dort Kontrollen wichtig. Die erste Fungizidbehandlung ist angezeigt, wenn 1 bis 2 schwach befallene Pflanzen pro Are oder 1 grösserer Befallsherd im Bestand gefunden wird. Wir empfehlen den Zusatz eines bewilligten Kupfer-Präparats mit mindestens 300 l Wasser/ha sowie die Applikation bei morgendlichem Tau bzw. bei noch nicht liegenden Rübenblättern. 

Zuckerrüben Cercospora beticola
Nicht jeder Fleck ist Cercospora: Über Nacht in einem angefeuchteten Plastiksack bei Zimmertemperatur gelagert entwickelt dieser ein charakteristisches Geflecht aus weissen Härchen und schwarzen Punkten in der Mitte.

 

Weizen

Schwarzbeinigkeit

Vielleicht konnten Sie vor der Ernte, beim Blick in Ihre Weizenparzellen, auch vereinzelt Nester mit schwarzen Ähren ausmachen. Ein näherer Blick zeigt viele mit Schwärzepilze besiedelte Ähren mit verkümmerten Körnern. Beobachtet man gleichzeitig eine schwarze, verfaulte Halmbasis an den betroffenen Pflanzen, so handelt es sich um die Fruchtfolgekrankheit Schwarzbeinigkeit. Der Schadpilz befällt Wurzeln und Halmbasis, was die Wasser- und Nährstoffzufuhr hin zur Ähre unterbricht und zur Notreife führt. Die Körner der betroffenen Ähren sind verkümmert und dürften als Bruchweizen für Futtermittelzwecke aussortiert werden. Als Sekundärinfektion werden die Ähren dann von diversen Schwärzepilzen heimgesucht. Die Entwicklung der Schwarzbeinigkeit wurde heuer durch den milden Winter sowie dem kühlen und nassen Frühjahr gefördert. Die anschliessende Trockenheit bei der Ährenentwicklung hat die Notreife zusätzlich beschleunigt. Die wichtigste Vorbeugung der Schwarzbeinigkeit ist eine möglichst weite Fruchtfolge zwischen anfälligen Getreidearten (Weizen > Triticale > Gerste > Roggen) sowie die konsequente Bekämpfung von Ungräsern, insbesondere der Quecke. Ausserdem sind Frühsaaten deutlich stärker betroffen.

Weizen Krankheiten Schwarzbeinigkeit
Solche vereinzelte mit Schwärzepilze befallene Ähren treten nesterweise auf und sind von Weitem sichtbar. Sortenunterschiede gibt es kaum (hier die Top-Sorte Baretta)
Weizen Krankheiten Schwarzbeinigkeit
Ein Ausdreschen von Hand bringt die verkümmerten Körner und teilweise leere Spelzen zu Tage.
Weizen Krankheiten Schwarzbeinigkeit
Einen Blick auf die geschwärzte Halmbasis deutet auf Schwarzbeinigkeit hin.

 

Kartoffeln

Krautfäule

Am vergangenen Wochenende wurde erneut ein Krautfäule-Befall in Zürich Affoltern PhytoPRE gemeldet. Bitte weiterhin wachsam bleiben, den Fungizidschutz mit einem regenbeständigen Kontaktfungizid oder mit einem teilsystemischen Produkt aufrechterhalten sowie gleichzeitig die Entwicklung der Alternaria mit einem geeigneten Produkt unterbinden. 

Um nach der Krautvernichtung eine Infektion der Knolle zu vermeiden, sollte mit der Krautvernichtung ein Fungizid mit Sporen abtötender Wirkung beigemischt werden.

 

Kartoffelkäfer

Vereinzelt sind bereits Kartoffelkäfer-Larven einer zweiten Käfergeneration geschlüpft. Bei Industrie- und späten Sorten, welche länger stehen bleiben, ist die Kontrolle der Schadschwelle angezeigt. Diese beträgt 30% der Pflanzen mit Larven und/oder 1 Herd pro Are. Bei Parzellen, in denen zeitnah die Krautvernichtung ansteht, ist der Kartoffelkäfer nicht mehr von Bedeutung.

 

PDF: Pflanzenbau News 19. Juli 2023

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