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Pflanzenbau News vom 19. März 2025

Aktuelle Themen: Raps: Grosser Stängelrüssler; Blauer Mauszahnrüssler ¦ Zuckerrüben: Trotz schönem Wetter die Bedingungen beachten ¦ Düngung: Mykorrhiza-Granulat Feldversuche 2025 ¦ Termine & Veranstaltungen

Raps

Grosser Rapsstängelrüssler

Unterdessen werden verbreitet Einstiche des Grossen Rapsstängelrüsslers gefunden. Gleichzeitig nimmt das Längenwachstum des Raps rasant Fahrt auf (BBCH 31-32 Längenwachstum: 1. und 2. Internodium sichtbar gestreckt). Mit zunehmender Pflanzenlänge nimmt das Schadpotenzial des Stängelrüsslers ab, denn der Käfer sticht immer in die oberen, neu gebildeten und daher noch zarten Stängelsegmente ein. Dadurch bleiben bei späten Einstichen grosse Teile der Rapspflanze intakt. Ab einer Stängelhöhe von 5 bis 20 cm liegt die Bekämpfungsschwelle (BKS) deshalb bei 40 bis 60% der Pflanzen mit Einstichen. Wer bei erreichter BKS den Stängelrüssler bekämpfen möchte, sollte jetzt nicht mehr länger zuwarten. Für den Einsatz von Pyrethroiden ist immer eine Sonderbewilligung nötig (--> sonderbewilligung.strickhof.ch).

In vielen Gelbschalen tummeln sich zudem bereits bis zu hundert Rapsglanzkäfer. Diese machen aktuell noch keinen Schaden und der Befall wird überschätzt, da die gelb leuchtende Farbe der Lockfalle die Käfer aus der Umgebung anzieht. Wir empfehlen, für die aktuelle Bekämpfung des Stängelrüsslers nicht auf den Wirkstoff Etofenprox (Blocker) zu setzen. Einzig dieses Pyrethroid der Gruppe B hat eine Bewilligung gegen Glanzkäfer. Wenn später nach erfolgter Behandlung der Glanzkäfer mit Spinosad oder mit Acetamiprid erneut viele Käfer vorhanden sind, wäre der Wirkstoff Etofenprox eine mögliche Alternative, die vor der Blüte eingesetzt, auch gegen Schotenschädlinge eine Zulassung hat. 

Raps Schädlinge
Sobald der Haupttrieb eine Länge von 20 cm aufweist (hier ca. 15 cm), verursachen die weiteren Einstiche der Stängelrüssler keine bekämpfungswürdigen Schäden mehr. Foto: Strickhof

 

Blauer Mauszahnrüssler

Die Gelbschalen können abgeräumt werden, solange man diese im Feld noch findet. Es empfiehlt sich aber vor dem Ausleeren noch ein letzter Blick ins Seifenwasser. Heuer springt einem ein besonders bläulich glänzender Käfer ins Auge. Es handelt sich um den Blauen Mauszahnrüssler (Baris coerulescens), eine sehr wärmeliebende Art, dessen Ausbreitung im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich im Zuge des zunehmend wärmeren Klimas in den vergangenen Jahren begünstigt wurde. Das Weibchen legt 300-400 Eier im Frühjahr vor der Rapsblüte am Stängel in Bodennähe ab. Die Larven fressen sich durch die Wurzeln des Rapses sowie weiteren Kreuzblütlern wie Kohl oder Senf. Die Larven verpuppen sich in der Wurzel, bis von Juli bis Oktober die neue Käfergeneration schlüpft. Zum genauen Schadpotenzial vom Blauen Mauszahnrüssler gibt es wenig Literatur. In Frankreich tritt er jedoch schon seit mehreren Jahrzenten auf und gilt dort nicht als Hauptschädling.

Raps Schädlinge
Solche Rüsselkäfer sind uns vermehrt «auf den Leim gekrochen». Es handelt sich um den Blauen Mauszahnrüssler (Baris coerulescens). Foto: Strickhof

 

Zuckerrüben

Trotz schönem Wetter die Bedingungen beachten

Die von Tag zu Tag steigenden Temperaturen von dieser Woche verursachen bei vielen Rübenpflanzern Kopfzerbrechen, ob die Rübenaussaat auf das Wochenende vorgenommen werden soll. Der Biswind anfangs Woche hat die Böden nach den Niederschlägen am vergangenen Wochenende etwas abtrocknen lassen. Das wärmere Wetter über den Tag hindurch hilft zusätzlich den Boden weiter abzutrocknen. Das ist auch nötig, denn vielerorts sind die Unterböden immer noch relativ nass. Die Bodentemperaturen halten sich weiterhin meistens zwischen 
4-6°C. Die Kälte und teils gar frostigen Temperaturen über Nacht bremsen das Erwärmen des Bodens aus. Zudem sind ab nächster Woche in vielen Regionen wieder Regenfälle verbunden mit tieferen Temperaturen angesagt. Je nach Stärke und Menge der Niederschläge können diese das frische Rübensaatbett verschlämmen, was sich wiederum schlecht auf die Jugendentwicklung der Kultur auswirken würde. Die schönen, warmen Tage täuschen also etwas über die noch eher dürftigen Saat- und Auflaufbedingungen hinweg. Mit einer jetzigen Aussaat wären die Rübenpflanzer immer noch tendenziell früh dran. Natürlich kann nicht gesagt werden, wie uns das Wetter später in die Karten spielen wird. Dennoch sollte man sich gut überlegen, ob man sich mit diesen Bedingungen zufrieden geben möchte.

Zuckerrüben Saat
Das schöne Wetter täuscht etwas über die noch eher dürftigen Saatbedingungen hinweg (Quelle: Matthias Lüscher, SFZ).

 

Düngung

Mykorrhiza Granulat Feldversuche 2025

Die Forschungsanstalt Agroscope sucht für einen  spannenden Mykorrhiza-Versuch interessierte Betriebe. 

Alle Infos finden Sie unter: Ausschreibung: Mykorrhiza Granulat Feldversuche 2025

 

Termine & Veranstaltungen

Infoanlass: Stickstoffeffizienz auf Zürcher Landwirtschaftsbetrieben

Das Ressourcenprojekt «Einzelbetriebliche Stickstoff-Effizienz steigern und Stickstoff-Verlustrisiko reduzieren» (Kanton Zürich) wird demnächst abgeschlossen. 19 Zürcher Landwirtschaftsbetriebe 
beteiligten sich von 2018-2025 am Projekt und leisten damit einen aktiven Beitrag auf der Suche nach Möglichkeiten zur Steigerung der Stickstoff-Effizienz und zur Reduktion der Stickstoff-Verluste in die Umwelt, ohne dabei das Produktionsniveau zu senken.

Link zum Programm & Anmeldung Infoanlass 27.3.2025

 

Ankündigung Webinar: Förderung von Feldrobotern

Die revidierte Strukturverbesserungsverordnung (SVV) des Bundes ermöglicht seit diesem Jahr die Förderung von Elektrotraktoren sowie gezogener oder selbstfahrender Feldroboter mit der Fähigkeit, Unkräuter, Krankheiten oder Schädlinge zu bekämpfen. Bei Robotern, die Pflanzenschutzmittel verwenden, muss die Behandlung gezielt erfolgen (präzise Applikationstechnik). Bei Hackgeräten muss das Hacken auch zwischen den Pflanzen innerhalb der Pflanzenreihe erfolgen.

Es werden nur serienreife Neugeräte unterstützt. Mindestanforderung ist eine minimale Betriebsgrösse von 1,00 Standardarbeitskraft (SAK). Die Umsetzung dieser Förderung obliegt den Kantonen und ist bis Dezember 2030 befristet. Der Kanton Zürich setzt diese Förderung ab 1. Mai 2025 um. Für den Beitrag muss vor dem Kauf eine Förderzusage vorliegen. Die Förderung liegt bei maximal 20 % (je 10 % durch Bund und Kanton).

Der Strickhof organisiert gemeinsam mit dem Amt für Landschaft und Natur ein Info-Webinar am Donnerstag, 10. April 2025 um 20.00 Uhr. Ziel ist es, den aktuellen Stand der Technik aufzuzeigen und über die detaillierten Förderbedingungen zu informieren. 

Mehr Infos unter: Webinar: Förderung von Feldrobotern

Feldroboter
Autonome Unkrautbekämpfung mit La-sertechnologie. Foto: Strickhof

 

PDF: Pflanzenbau News vom 19. März 2025

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