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Erfahrungen für den erfolgreichen Anbau sammeln

Bei einem Kichererbsenversuch am Strickhof Wülflingen wurden die Saatdichte, die Unkrautregulierung und die Bakterienimpfung getestet.

Die Nachfrage nach inländischen Kichererbsen für die Herstellung von proteinhaltigen Nahrungsmitteln ist sehr gross. Jedoch steckt der Anbau dieser Leguminose noch in den Kinderschuhen. Deshalb wird aktuell intensiv geforscht. Auch am Strickhof werden Versuche durchgeführt; dieses Jahr auf einer Parzelle am Strickhof Wülflingen. 

Keine Stickstoffdüngung nötig 

Üblicherweise werden Kichererbsen ab Ende April gesät. Auf Praxisbetrieben wird zum Teil auch schon ab dem 20. April gesät. Am Strickhof Wülflingen stand ein Feld mit einer Kunstwiese zur Verfügung, die Ende April geschnitten wurde. Deshalb erfolgte die Saat am 5. Mai. Für Versuchsleiterin Sonja Basler hatte dieser nicht allzu frühe Saatzeitpunkt Vorteile: «Die Kichererbsen konnten im bereits warmen Boden schnell auflaufen und so das Unkraut etwas in Schach halten.» Kichererbsen können in der Fruchtfolge nach und vor stark zehrenden Kulturen angebaut werden, weil sie nicht auf eine Stickstoffdüngung angewiesen sind. Die Leguminose mit ihren Knöllchenbakterien kann Stickstoff aus der Bodenluft binden und sich so selber versorgen. Wichtig ist deshalb ein gut durchlüfteter Boden ohne Verdichtungen.

Mit und ohne Herbizid

Aktuell führt Agroscope Sortenversuche für Kichererbsen in Zusammenarbeit mit mehreren europäischen Ländern durch. Der Strickhof fokussiert deshalb auf andere Anbaufragen. Der Versuch am Strickhof befasste sich mit der Saatdichte, der Unkrautregulierung und der Bakterienimpfung. Bei der Saatdichte wurden drei verschiedene Saatdichten getestet: 25, 55 und 85 Körner pro Quadratmeter. Für die Unkrautregulierung wurde die Hälfte der Parzelle gestriegelt und gehackt, bei der anderen Hälfte wurde das Unkraut mit einem Herbizid bekämpft.

Saisonverlauf entscheidend

Ideal ist, wenn die Kichererbsen noch während der Sommerhitze und somit gleichmässiger abreifen können. Den richtigen Erntezeitpunkt zu ermitteln, erachtet Sonja Basler als Herausforderung. Die Pflanzen wachsen immer weiter und können auch dann noch blühen, wenn der grösste Teil der Hülsen reif ist. Der Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn sich die Erbsen beim grössten Teil der Hülsen abgelöst haben. Am Strickhof kündigte sich um den Erntezeitpunkt Regen an, weshalb das Dreschen um 6 Tage verschoben wurde. In dieser Zeit verfärbten sich die Schoten aufgrund des Abbauprozesses der Pflanze schwarz, die Pflanzen sackten leicht in sich zusammen und erste Kichererbsen begannen in den Hülsen zu keimen. Für Sonja Basler ist deshalb klar, dass Kichererbsen sofort geerntet werden müssen, sobald sie meisten Hülsen reif sind. 

Gutes Kichererbsenjahr

Die Kichererbsen müssen nicht mit Stickstoff gedüngt werden. Weil es sich aber um keine einheimische Pflanze handelt, müssen die Samen für eine gute Knöllchenbildung geimpft werden. Die für die Knöllchenbildung benötigten Bakterien kommen in unserem Boden nicht vor. Der Strickhof hat in einem Versuch das Verhalten von geimpftem und ungeimpftem Saatgut getestet. «Ziel dieses Versuches ist es herauszufinden, ob die geimpften und somit normalerweise grüneren Pflanzen von Vorteil sind oder ob dies den Abreifeprozess eher erschwert», erklärt Sonja Basler. Aufgrund der Trockenheit war 2022 ein ausserordentlich gutes Kichererbsenjahr. Die Resultate am Strickhof sind noch nicht ausgewertet. Im Kanton Zürich konnten Erträge von 1 bis 2 Tonnen pro Hektare gedroschen werden. (Ertragserwartung zwischen 500 kg bis 1,5 Tonnen/Ha).

Text: Ursina Berger

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2. Fachtagung Protein Power

Die genauen Versuchsresultate werden an der 2. Fachtagung Protein Power vorgestellt. Programm und Anmeldung: 2. Fachtagung Proteinpower

 

Kichererbsen
Wenn die Pflanzen beim Schütteln wie eine Rassel klingen, sollte geerntet werden, auch wenn in den obersten Lagen die Schoten noch grün sind. 

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