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Ammoniakemissionen in bestehenden Ställen mindern

Wird ein neuer Stall gebaut, werden emissionsmindernde Massnahmen zum Thema. Doch wie können mit einfachen Massnahmen auch in bestehenden Stallungen Ammoniakemissionen gemindert werden?

Tierwohl und Emissionsminderung können kombiniert werden

Es gibt verschiedene Problemzonen in Ställen, wenn es um Ammoniakemissionen geht. In erster Linie sind dies die Laufflächen. Dort trifft Urin auf Kot, was zur Ammoniakbildung führt. Harnseen, verschmutzte Laufflächen und Liegeboxen schaden nicht nur der Klauengesundheit, sie sind auch aus Sicht der Emissionen negativ zu beurteilen. Tiefe Temperaturen in Ställen helfen, dass sich weniger Ammoniak bildet.

 

Einfache Massnahmen zur Emissionsminderung in bestehenden Laufställen sind vor allem organisatorisch möglich. Das häufige Entmisten der Laufflächen und dadurch die Reduktion der verschmutzen Fläche, ist die effektivste Möglichkeit. Ein Beispiel dafür ist, den Schieber mindestens alle zwei Stunden laufen zu lassen und Zwischengänge 3-4x täglich abzuschieben. Ausserdem kann durch die Aufrüstung eines Schiebers mit Gummilippen das Reinigungsergebnis optimiert werden, auch bei Unebenheiten in der Schieberbahn. Entmistungsroboter vereinfachen die regelmässige Entmistung und können eine Ammoniakminderung bis zu 20 % erreichen. Die Entmistung in Kombination mit Wasser hilft, die Laufflächen noch sauberer zu halten. Dies kann beispielsweise mit einer Wassersprüheinrichtung in Laufgängen oder mit wassersprühenden Entmistungsrobotern erreicht werden. Auch die Liegeflächen sollen trocken und sauber gehalten werden. Dies hat zudem positive Auswirkungen auf das Liegeverhalten der Kühe.

Häufiges Weiden wird auch in Bezug auf Ammoniakemissionsminderung empfohlen. Auf der Weide kotet die Kuh selten dort, wo sie uriniert. Diese Trennung und das rasche Versickern des Harns tragen zur Ammoniakreduktion bei. Die Stalltemperatur sollte möglichst tief gehalten werden. Dies begünstigt nicht nur die Ammoniakreduktion, auch die Kühe schätzen es, wenn sich die Temperaturen zwischen 0 und 15 °C bewegen. Im Sommer helfen geeignete Kühlungsmassnahmen, wie gute Beschattung oder Vernebelungsanlagen, die Temperaturen zu reduzieren. Im Winter garantieren Aussenklimaställe tiefe Temperaturen und somit im Vergleich zu wärmegedämmten Ställen, tiefere Ammoniakemissionen. 

 

Das Team Tierhaltung am Strickhof bietet eine Bauberatung an, die sich unter anderem mit emissionsmindernden Massnahmen beschäftigt. Bei Um- oder Neubauten treten viele Fragen bezüglich Emissionsminderung auf. Auch in bestehenden Bauten besteht häufig Potential zur Optimierung von Emissionsminderung, Tierwohl und Arbeitszeitaufwand.

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