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Mais Standraumverteilung

In diesem Versuch wird untersucht, wie sich unterschiedliche Standraumverteilungen und Reihenabstände auf Ertrag und Futterqualität von Mais auswirken. Im ersten Versuchsjahr zeigten die verschiedenen Saatverfahren mit 50–75 cm Reihenabstand und Doppelreihen nur geringe Unterschiede in Ertrag, TS-Gehalt und Bestandesdichte. Ein klarer Vorteil eines Verfahrens lässt sich noch nicht ableiten.
VersuchsbetreuendeAnna Brugger 
Aussagekraft *
VersuchspartnerForum Ackerbau, Krummenacher

Ausgangslage 

Die Firma Krummenacher Saattechnik bietet mit einer Doppelscheibenschar-Sämaschine eine Alternative zur klassischen Mais-Einzelkornsaat an. Mit verschiedenen Reihenabständen soll der Standraum gleichmässiger genutzt, die Maschinenauslastung verbessert und die Aussaatkosten im Vergleich zur häufig lohnunternehmergeführten Einzelkornsaat gesenkt werden. Ein geringerer Reihenabstand kann bei gleicher Pflanzendichte zu höheren Erträgen und eine bessere Unkrautunterdrückung führen. 

Versuchsfrage 

Untersucht wird, wie sich unterschiedliche Standraumverteilungen und Reihenabstände auf Ertrag und Futterqualität auswirken. 

Anbaudaten 

Der dreijährige Versuch (2025–2027) läuft an sechs Standorten (Zollikofen, Hohenrain, Gränichen, Dietwil, Riedholz, Uitikon, Sennwald) im Anbauverfahren ÖLN. Sorte und Düngung erfolgen betriebsüblich, die Ziel-Saatstärke beträgt 9.5 Körner/m². Verglichen werden vier Verfahren: klassische Einzelkornsaat mit 75 cm Reihenabstand sowie die drei Krummenacher-Verfahren Standard 75 cm, 50 cm Reihenabstand und Doppelreihen mit 62.5 cm Abstand zwischen den Doppelreihen.

Resultate

Ergebnisse des ersten Versuchsjahres 

Im ersten Versuchsjahr wurden die Parzellen zwischen dem 15. April und 15. Mai 2025 mit durchschnittlich drei Wiederholungen je Verfahren angelegt. Die übliche Einzelkornsaat wurde von den Versuchsstandorten durchgeführt und präsentierte sich nach dem Auflaufen mit sehr regelmässigen Pflanzenständen. Die Saat der drei Krummenacher-Verfahren wurde von der Firma Krummenacher Saattechnik durchgeführt. Nach dem Auflaufen zeigten sich diese Verfahren etwas heterogener und die Pflanzendichte war an einigen Stellen deutlich höher oder niedriger. Insgesamt bot das Jahr 2025 gute Saatbedingungen, einen trockenen Juni und einen feuchteren Herbst mit genügend Erntefenstern. 

Im Mittelwert aller Standorte hat das Verfahren Krummenacher 75 cm Reihenabstand den höchsten Ertrag erzielt, der niedrigste Ertrag wurde mit 8 dt TS/ha weniger im klassisch gesäten Verfahren erzielt. Es konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den Verfahren festgestellt werden. Auch im TS-Gehalt zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Verfahren. 

Die Anzahl Pflanzen pro Quadratmeter zeigte ähnliche Ergebnisse für die Verfahren mit 50 bis 75 cm Reihenabstand (unabhängig der Saattechnik), während das mit der Doppelscheibenschar-Sämaschine gesäte Verfahren mit Doppelreihen zu einem Anstieg von 7% Pflanzen/m² führte. 

Strickhof Ergebnisse aus dem ersten Versuchsjahr 

Die Saat der Sorte LG 32.257 fand am Strickhof bereits am 15. April 2025 statt. Während alle drei Wiederholungen der normalen Saat mit 75 cm Reihenabstand schnell aufliefen, zeigten die mit der Doppelscheibenschar gesäten Verfahren eine Verzögerung beim Auflaufen von etwa einer Woche. Die Ernte fand am 19. August 2025 statt. 

Der höchste Ertrag sowie TS-Gehalt wurde wie auch im Mittel über alle Standorte im Verfahren Krummenacher 75 cm Reihenabstand  erzielt. Das klassisch gesäte Verfahren erreicht auch bei uns den tiefsten Ertrag. 

Diskussion 

Die Resultate des ersten Versuchsjahres lassen darauf schliessen, dass die gewählte Saattechnik und damit die Standraumverteilung im Maisanbau nur einen geringen Einfluss auf Ertrag und TS-Gehalt hatten. Dies deckt sich mit Ergebnissen aus einem Vorversuch in Hohenrain sowie mit internationalen Studien, die überwiegend zeigen, dass bei üblichen Saatstärken Unterschiede zwischen 50 und 75 cm Reihenabstand meist im Bereich von ±10% liegen. 

Die Resultate zum TS-Gehalt zeigen nur moderate Unterschiede zwischen den Verfahren, mit leicht höheren Werten in den Krummenacher-Verfahren und tieferen TS-Gehalten in der Doppelreihe am Strickhof. Auch diese geringen Unterschiede decken sich mit internationalen Studien, in denen ein verändertes Saatmuster nur zu geringen Effekten im TS-Gehalt führte. 

Neben Ertrag, TS-Gehalt und Bestandesdichte werden in diesem Versuch auch qualitative Parameter wie Stärke, NEV und NEL erhoben. Diese Qualitätsdaten werden an allen Standorten erfasst und nach der Ernte 2026 erstmals ausgewertet und diskutiert. 

Die bisherigen Daten zeigen eine erste Tendenz, für robuste Empfehlungen ist jedoch eine mehrjährige Datengrundlage notwendig, insbesondere um die Ertragsstabilität und die Futterqualität über unterschiedliche Jahre und Witterungsverläufe hinweg beurteilen zu können. Das wird durch die Versuchslaufzeit bis 2027 gewährleistet. 

Fazit 

Die Ergebnisse des ersten Versuchsjahres zeigen, dass sich die geprüften Saatverfahren hinsichtlich Ertrag, TS-Gehalt und Bestandesdichte nur geringfügig unterscheiden und kein Verfahren einen klaren generellen Vorteil aufweist. Da die aktuelle Auswertung auf einem einzigen Erntejahr basiert, bleibt die Aussagekraft noch begrenzt und erst mit den Ergebnissen der Ernte 2026 steht eine breitere Datenbasis zur Verfügung, um den Einfluss der unterschiedlichen Standraumverteilungen auf Ertrag, Ertragsstabilität und Qualität fundiert zu beurteilen und daraus praxisrelevante Empfehlungen abzuleiten. 

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