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Pflanzenbau News 13. Juni 2024

Kartoffeln: Krautfäule, Kartoffelkäfer, Blattläuse + Zuckerrüben: Gehemmte Sauerstoffversorgung

Kartoffeln

Krautfäule

Das regnerische Wetter hat die Krautfäule massiv begünstigt. Insbesondere Kartoffeln, die spät gesetzt werden konnten und dadurch noch klein sind (mit wenig Blattreserven) sind besonders gefährdet. Mittlerweile findet man in jedem Feld Symptome an Blättern oder Stängeln dieses gefährlichen Pilzes. Dank dem Einsatz von wirkungsvollen Pflanzenschutzmitteln konnte bislang ein Totalschaden verhindert werden. Den Bekämpfungserfolg unterstützen würde warmes und eher trockenes Wetter, das sich hoffentlich nächste Woche einstellen wird.

Kartoffeln Krankheiten
Typischer Krautfäule-Pilzrasen auf der Blattunterseite

 

Kartoffelkäfer

Die hohe Population von Kartoffelkäfer aus dem letzten Jahr und der milde Winter liessen darauf schliessen, dass wir in dieser Saison wieder mit einem hohen Befall rechnen müssen. Ein warmes Frühjahr und der frühe zahlreiche Einflug der Käfer, besonders in Parzellen neben letztjährigen Kartoffelparzellen, bestätigte dies. Das kühle und regnerische Wetter der letzten Wochen verzögerte aber die Eiablage und deren Entwicklung. Mit den prognostizierten, steigenden Temperaturen wird sich dies ab Anfang nächster Woche ändern. Die Bekämpfungsschwelle ist erreicht bei 30% der Pflanzen mit Larven oder 1 Befallsherd je Are. Im ÖLN muss zuerst ein Mittel angewendet werden, welches keine Sonderbewilligung erfordert. Hierfür stehen folgende Wirkstoffe zur Verfügung: Spinosad (Audienz/Elvis), Bacillus thuringiensis (Novodor 3FC) oder Azadirachtin (Oikos, Sicid Neem, Neem Azal-T/S, Agroneem). Beim Einsatz von Audienz ist das Netzmittel Heliosol mit 1l/ha empfohlen, bei Elvis Lufix mit 2.0 l/ha. Diese Netzmittel verbessern die Haftung, die Verteilung auf dem Blatt und Schützen den Wirkstoff vor zu raschem Abbau bei hoher Sonneneinstrahlung. Bei Novodor wird der Zusatz von 1-2 l/ha CropCover CC-1000 empfohlen. Wichtig ist auch wegen der möglichst gleichmässigen Benetzung aller Blätter die Brühmenge dem Blattvolumen (Staudengrösse) anzupassen und mit 350 bis 500 l Wasser pro ha zu arbeiten.  
Ist nach dem Einsatz eines Mittels ohne Sonderbewilligung, eine Folgebehandlung erforderlich, kann unter der Einhaltung der ÖLN- und Produktauflagen das Mittel Coragen eingesetzt werden. 
Landwirte aus dem Kanton Zürich wurden heute per E-Mail informiert, dass im Kanton Zürich, ab heute Donnerstag, 13. Juni 2024 eine Regionale Sonderbewilligung für einen einmaligen Einsatz des Produktes Coragen erteilt wurde. Diese Regionale Bewilligung gilt nur im Kanton Zürich, für eine Behandlung bis am 28. Juni 2024.

 

Blattläuse in Kartoffeln

Die grüngestreifte Kartoffelblattlaus ist erst vereinzelt in den Beständen zu finden. Die Bekämpfungsschwelle von 10 Blattläusen je Fiederblatt bzw. 1 Blattlaus je einzelnes Blatt ist noch nirgends erreicht. In den Beständen entdeckt man auch erste Blattlaus-Nützlinge. Bei erreichter Bekämpfungsschwelle können in Kartoffeln die Blattläuse mit Teppeki oder Movento SC ohne Sonderbewilligung bekämpft werden. 

Kartoffeln Schädlinge
Grüngestreifte Kartoffelblattläuse

 

Zuckerrüben

Gehemmte Sauerstoffversorgung

Die letzten Wochen wurden von häufigen Niederschlägen geprägt. Diese Wassermengen machen sich in zahlreichen Ackerkulturen bemerkbar. In den Zuckerrüben können vielerorts gelbe Marmorierungen auf den Blättern beobachtet werden. In schwerwiegenden Fällen sind die Blätter vollkommen gelb verfärbt und im Wachstum gehemmt. Was von weitem nach einem Mangel oder nach viröser Vergilbung aussieht, ist meistens jedoch auf die ausgeprägte Nässe im Boden zurückzuführen. Der mit Wasser gesättigte Boden hemmt die Sauerstoffversorgung der Rüben, wodurch die genannten Symptome verursacht werden können. Diese Schadbilder sind besonders auf Standorten mit strukturbeschädigten Böden oder bei Stellen mit wechselnden Bodenarten in den Parzellen zu beobachten. Auf Zuckerrübenfeldern mit topografischen Unebenheiten kann das Wasser ebenfalls punktuell zusammenlaufen und somit ähnliche Symptome an den Zuckerrüben verursachen. 

Die Freigabe zur grünen Blattlausbekämpfung bleibt weiterhin bestehen. Alle Informationen dazu sind in der BetaSwiss-App  ausgewiesen. Die meisten Rüben befinden sich momentan um das 10-Blattstadium herum. Haben die Zuckerrüben das 10-Blattstadium überschritten, sind sie für die Blattläuse nicht mehr attraktiv, wodurch sich eine Bekämpfung erübrigt. 

Zuckerrüben Schadbilder
Vielerorts weisen die Rübenblätter gelbe Marmorierungen auf. Momentan sind diese Marmorierung vor allem auf die Bodennässe zurückzuführen. Foto: SFZ

 

PDF: Pflanzenbau News 13. Juni 2024

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