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Pflanzenbau News 25. Juli 2024

Themen dieser Woche: Stoppelbearbeitung: Chemische Bekämpfung; Mechanische Bekämpfung; Produktionssystembeiträge ¦ Zuckerrüben: Cercospora beticola ¦ Webinar zu Abschwemmung und Abdrift am 22.8.2024

Stoppelbearbeitung

Chemische Bekämpfung

Für eine zuverlässige chemische Bekämpfung von Wurzelunkräutern mit Glyphosat sollten diese mindestens 15 cm hoch sein. Die empfohlene Aufwandmenge richtet sich nach dem zu bekämpfenden Unkraut (PSM im Feldbau, Seite 103). Die Spritzung sollte morgens bei möglichst hoher Luftfeuchte und kleinem Brühvolumen (100 – 200 lt/ha) erfolgen. Bei hartem Wasser sollte der pH durch Zugabe von Ammonsulfat oder eines pH-Regulators abgepuffert werden. Nach der Spritzung mit der Bodenbearbeitung ein bis zwei Wochen zuwarten, bis der Wirkstoff in die Unkrautwurzeln transportiert wurde.

Stoppelbearbeitung
Auf den Stoppeläckern wird jetzt Erdmandelgras sichtbar, erkennbar an der hellen Farbe, seinem dreieckigen Stängel und der meist länglichen Ausbreitung in Richtung der Bewirtschaftung. Ein Befall ist uns unverzüglich zu melden. Foto: Strickhof

 

Mechanische Bekämpfung

Eine oberflächliche Stoppelbearbeitung fördert die Verrottung von Ernterückständen, die Keimung von Ausfallkörnern sowie Unkrautsamen und bekämpft Schnecken und Drahtwürmer. Bei abgeernteten Getreidefeldern erfolgt diese möglichst zeitig, Rapskörner hingegen sollten vor jeglicher Bodenbearbeitung aufgelaufen sein. Für eine lückenlose mechanische Bekämpfung muss das Anbaugerät den Boden ganzflächig unterschneiden. Obwohl die Scheibenegge bei der Stoppelbearbeitung sonst gute Arbeit leistet, sollte speziell bei Wurzelunkräutern auf deren Einsatz verzichtet werden, da diese die Wurzeln zerteilt und damit vermehrt.

Stoppelbearbeitung mechanisch
Die stark verzweigten Wurzeln der Ackerkratzdistel am besten mit einem Flügelschargrubber unterschneiden, anstatt diese mit einer Scheibenegge zu zerteilen. Foto: Strickhof

 

Produktionssystembeiträge

Wird der PSB «schonende Bodenbearbeitung» geltend gemacht, dürfen max. 1500 g/ha Glyphosat-Wirkstoff von der Ernte der vorangehenden Hauptkultur bis zur Ernte der beitragsberechtigten Hauptkultur eingesetzt werden. Dies entspricht 4,1 lt/ha Glyphosat 360 bzw. 3,1 lt/ha Glyphosat 480. 

Für den PSB «Verzicht auf Herbizide» sind ab der Ernte der Vorkultur nur Einzelpflanzenbehandlungen auf den Stoppeln erlaubt. Eine Flächenbehandlung ist nicht zulässig. Die Massnahme gilt gesamtbetrieblich auf allen Flächen einer dafür zur Anmeldung vorgesehenen Kultur.

Beim PSB «angemessene Bedeckung des Bodens» gilt der Mähdrusch als massgeblicher Erntetermin. Danach gilt: Für die Hauptkulturen mit Ernte vor dem 1. Oktober muss auf mindestens 80 Prozent der entsprechenden Fläche innerhalb von maximal sieben Wochen eine Bodenbedeckung angelegt werden. Ausfallgetreide/-raps zählt nicht als Bodenbedeckung.

Produktionssystembeiträge
Die Bodenbedeckung muss bis zum 15. Februar des folgenden Jahres stehen bleiben und es darf keine Bodenbearbeitung auf diesen Flächen erfolgen, ausgenommen für die Anlegung einer Winterkultur. Foto: Strickhof

 

Zuckerrüben

Cercospora beticola

Der Sommer kommt langsam in die Gänge und mit den wärmeren Temperaturen auch die Cercospora-Blattflecken in den Zuckerrüben. Das letztwöchige Monitoring hat ergeben, dass in den meisten Anbauregionen bereits Cerco-Flecken im bekämpfungswürdigen Ausmass zu sehen sind. Aufgrund der morgendlichen Taufeuchte und den anhaltenden warmen Temperaturen kann mit einer raschen Ausbreitung von Cercospora gerechnet werden. Sofern also noch nicht geschehen, sollte auf den Zuckerrübenparzellen Feldkontrollen durchgeführt und bei Bedarf die erste Fungizidbehandlung gesetzt werden. Die Applikation sollte im abgehenden Tau während den frühen Morgenstunden erfolgen. Des Weiteren sollte auf eine ausreichende Wassermenge (mind. 300l/ha) im Spritztank geachtet werden. Für die erste Behandlung ist der Einsatz eines Prothioconazol-Fungizids mit Kupferzusatz empfehlenswert. Für die kommenden Behandlungen sollten jedoch unbedingt die Wirkstoffe abgewechselt werden, um Resistenzen vorzubeugen. Bei Cerco-anfälligen Rübensorten sollte der Behandlungsrhythmus zwischen den Fungizidapplikationen ungefähr 3-4 Wochen dauern. Bei den resistenten Rübensorten kann hingegen 5-6 Wochen zwischen den Behandlungen abgewartet werden. Wichtig: die resistenten Sorten bleiben im Normalfall auch ohne Fungizidbehandlung relativ grün. Aus Rentabilitätsgründen sollten bei diesen Sorten daher maximal zwei Fungizidapplikationen erfolgen. 

Mehr Informationen: Mitteilung an die Rübenpflanzer KW 30/2024

Zuckerrüben Krankheiten
Cercospora-Blattflecken können ihren Entwicklungszyklus bei passenden Bedingungen innerhalb einer Woche durchlaufen und sich somit rasch ausbreiten. Bildquelle: Matthias Lüscher, SFZ

 

In eigener Sache

Webinar zu Abschwemmung und Abdrift

Der Massnahmenkatalog zur Reduktion der Abdrift und Abschwemmung von Pflanzenschutzmitteln wurde per Juni 2024 angepasst. Im Webinar vom Donnerstagabend, 22. August informieren wir Sie über die Neuerungen. Zudem frischen wir Ihr Wissen zu den bekannten Massnahmen auf. Anhand praxisrelevanter Beispiele erfahren Sie, in welchen Parzellen die Bestimmungen umgesetzt werden müssen und was es beim Einsatz von PSM zu beachten gilt. Das Webinar wird vom Strickhof und der Agridea organisiert. 

Link zur Ausschreibung + Anmeldung: Webinar zu Abschwemmung und Abdrift am 22.8.2024

Drift Abschwemmung
Ein bewachsener Pufferstreifen zur Reduktion des Abschwemmungsrisikos. Der Katalog an weiteren Massnahmen wurde kürzlich mit sofortiger Wirkung aktualisiert. Foto: Strickhof

 

Die nächste Ausgabe Pflanzenbau News erscheint am 8. August 2024.

 

PDF: Pflanzenbau News 25. Juli 2024

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