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Pflanzenschutz aktuell im Feldbau 19. Mai

Mais: Unkrautbekämpfung ¦ Rüben: Blattläuse ¦ Getreide: Weizen und Septoria, Getreidehähnchen

Septoria Wetter

Mais ab 4-Blattstadium reagiert jetzt negativ auf Herbizide, in Rüben wurden erste schwarze Blattläuse ausgezählt und es hat jetzt viele Septoriainfektionen gegeben, Braunrost nicht. Getreidehähnchen-Larven hat es noch keine.

 

Mais

Unkrautbekämpfung 
Die Eisheiligen werden in diesem Jahr ihrem Namen gerecht. Die schön aufgelaufenen Pflanzen brauchen jetzt Licht und Wärme. Nach den letzten Niederschlägen in der Nacht von Freitag auf Samstag sollte sich eine Wetterbesserung einstellen. Bei der bevorstehenden Unkrautbehandlung ist zu berücksichtigen, dass mit den Niederschlägen und dem schlechten Wetter die Wachsschicht der Maispflanzen äusserst schwach ausgebildet ist. Mais, der nächste Woche im 2-3 Blattstadium ist, könnte (sofern Boden befahrbar) mit einer einmaligen Behandlung gegen Unkräuter geschützt werden, weil Mais im 2-3 Blattstadium sehr robust ist und doch gut 2 regenfreie Tage dazwischen liegen. Bei Mais, der sich nächste Woche bereits im 4 Blattstadium befindet, ist eine Aufteilung (Splitting) der Herbizidanwendung oder ein weiteres Hinauszögern angezeigt. Denn Mittel der Resistenzgruppe F2, Triketone wie Callisto oder Mittel der Gruppe B, Sulfonylharnstoffe wie Elumis, Equip, Principal arbeiten mit der Safener Technik. Das sind Zusätze, mit denen die Maispflanzen bei wüchsigen Bedingungen den Wirkstoff rasch abbauen. Bei kühlen Bedingungen ist dieser Abbau zu langsam und die Maispflanzen könnten Schaden nehmen. Bei den Programmen zur Herbizidreduktion ist in diesem Jahr sicher die Bandbehandlung im Vorteil, weil Hacken oder Striegeln nicht möglich waren. Wird sobald möglich ein Hackdurchgang zwischen den Reihen durchgeführt, muss später in die Reihe sehr stark angehäufelt werden. 

Aufgehellter Mais
Aufgehellter Mais im 1-2-Blatt Stadium
aufgehellter Mais mit Hirsen und Melden
aufgehellter Mais im 2-Blatt Stadium mit vielen kleinen Hirsen und Melden

 

Rüben

Blattläuse
Auf der Blattlauskontrolle letzte Woche haben wir erst vereinzelt kleine Kolonien der schwarzen Rübenblattlaus gefunden. Immer eine geflügelte Erwachsene mit 5-6 Jungen. Wir zählten maximal 5% befallene Pflanzen (5 Rüben von 100 mit Läusen). Die Bekämpfungsschwelle (BKS) ist im 4 Blattstadium bei 50% der Pflanzen mit Läusen. Wir gehen davon aus, dass beim schlechten Wetter in dieser Woche keine massiven Zuflüge stattfanden. Bei erreichter BKS kann der Wirkstoff Pirimicarb gegen die schwarzen Läuse ohne Sonderbewilligung eingesetzt werden. Aber Achtung, Pirimicarb wirkt, wie wir letztes Jahr erfahren haben, erst ab 15°C! Eine reduzierte Dosis reicht gegen die schwarzen Läuse aus. Pirimicarb hat hingegen auch bei hoher Dosierung keine Wirkung gegen die grüne Pfirsichblattlaus, die Vergilbungsviren überträgt.

Grüne Blattläuse haben wir noch keine auf den Referenzflächen gefunden. Wir werden diese Woche wieder eine Kontrolle durchführen. Sie werden von der Zuckerrübenfachstelle per SMS informiert, wenn der grüne Blattlaus Alarm ausgelöst wird. 

Rübenblattlaus-Kolonie
Schwarze Rübenblattlaus-Kolonie mit einer geflügelten Mutterlaus
Zuckerrüben in Reihen (19.5.2021)
Die Rüben-Reihen sind jetzt gut sichtbar

 

Getreide

Weizen und Septoria
Das nasse, regnerische Wetter schreit direkt nach Septoria an Weizen. Der Weizen ist im DC 33-39, das heisst die ersten haben das Fahnenblatt bereits geschoben. Septoria wandert mit Regenspritzern auf obere Blattetagen. Septoria-Infektionen entstehen bei Temperaturen zwischen 9° und 16°C und 2 Tagen mit Blattnässe (Regen). Wenn also unten im Bestand bereits Septoria tritici Befall vorhanden war, dauert es ca. 6 Tage, bis darüber liegende Blätter infiziert wurden. Um Septoria tritici gut zu kontrollieren sind Behandlungen bei 20% Befall auf dem F-4 (4. oberstes Blatt) angezeigt. Bei einer vorherigen Behandlung im Schossen ist mit einem Schutz von 3-4 Wochen zu rechnen. Behandlungen auf dem Fahnenblatt schützen je nach Mittel dann 4-5 Wochen. Nur wenn das Wetter nach Ablauf des Schutzes bessert, der Befall auf unteren Blattetagen sehr tief ist oder die Sorte recht robust, kann die zweite Behandlung weiter nach hinten geschoben werden.

Die Bedingungen für Gelbrost wären gut, doch fehlte wegen dem strengen Winter das Infektionspotential. Für Braunrost war es jetzt zu kalt und für Mehltau zu regnerisch. Gerste beginnt mit der Blüte. Ab Stadium DC 51, Grannenspitzen sichtbar sind keine Fungizide mehr bewilligt.

Septoria-Flecken auf Weizenblatt
Septoria-Flecken auf Weizenblatt: es herrschten beste Septoriainfektionsbedingungen
Wintergerste mit geschobenen Ähren
Wintergerste mit geschobenen Ähren

 

Getreidehähnchen
Die Adulten Käfer haben mit der Eiablage begonnen. Die abgelegten orangen Eier werden durch den Wind abgestreift oder sterben wegen den schlechten Bedingungen ab. Eine Kontrolle ist erst im Fahnenblattstadium angezeigt. Neu werden nur noch die Larven gezählt, keine Eier mehr. 

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