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Rüben wachsen kräftig

Die Rüben haben in den letzten Wochen nochmals kräftig an Gewicht zugelegt. Die Proberodung am 18. August war zufriedenstellend und es darf auf weiteres gutes Wachstum gehofft werden bis zum konventionellen Kampanienstart in der ersten Oktoberwoche. Finden Sie in ihrem Rübenfeld Unkräuter, Pilzkrankheiten oder Schädlinge, die Sie nicht kennen, so holen Sie sich noch vor der Ernte Hilfe.

Unkrautsituation
In einigen wenigen Feldern sind neben den bekannten Unkräutern wie Melde, Amarant und Hirse noch andere hochwachsende Arten zu finden. Die hochwachsende Samtpappel muss zwingend entfernt werden, sie kann in praktisch keiner Kultur chemisch bekämpft werden und kann grosse Probleme verursachen. Die Sonnenblumen ähnliche Pflanze hat samtige und dementsprechend sehr haarige Blätter, weshalb eine chemische Behandlung oftmals fehlschlägt. 

Samtpappeln in Zuckerrüben
Samtpappeln sind chemisch schwer zu bekämpfen, weshalb sie zwingend von Hand entfernt werden müssen bevor sie versamen.

Weiter ist auf der Ertragserhebung bemerkt worden, dass es nach wie vor diverse Felder gibt, auf welchen noch Schosser zu finden sind. Diese müssen nun schleunigst entfernt werden, da viele davon schon reife Samen haben. Besonders diejenigen Landwirte mit der Sorte Smart Belamia müssen diesen Schritt nun vollziehen. Lässt man diese Schosser versamen, kommen sie als Wildrüben in den Folgekulturen und eine chemische Bekämpfung ist praktisch aussichtslos. Ausgerissene Schosser dürfen zudem nicht mehr im Feld abgelegt werden und müssen zwingend herausgetragen werden. 

gesunde grüne Zuckerrüben
Die Zuckerrüben präsentieren nach wie vor sehr grün und es kann mit einer guten Ernte gerechnet werden.

Blattgesundheit
Die Blattgesundheit ist nach wie vor sehr hoch. Ähnlich wie letztes Jahr findet man zu dieser Zeit nach wie vor nur wenige Flecken. Eine letzte Behandlung Ende August kann bei einem späten Rodetermin sinnvoll sein. Bei frühen Rodeterminen steht die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund, weshalb die Entscheidung allgemein schwierig ausfällt. Wir empfehlen, die Fungizide nur bis 6 Wochen vor der Ernte einzusetzen. Erfahrungsgemäss ergibt ein Blattflecken Befall von 30% Blattverlust bei der Ernte noch keine Ertragsverluste. Aus dieser Sicht mag es sicher noch den einen oder anderen Blattflecken leiden. Entscheidungen sind jedoch schwer zu treffen. Freuen wir uns dennoch, dass der Druck so tief ist. Bei allfälligen Zweifeln über weitere Behandlungen können sie gerne die Fachstelle kontaktieren. 

Rübenernte
Auf einigen Feldern finden wir auch dieses Jahr wieder relativ grosse Stellen mit faulen Rüben. Da nach der Ernte das Risiko einer Ansteckung der gesunden Rüben droht, sollten solche Parzellen beim Abtransport priorisiert werden, respektive bis kurz vor den Abtransport im Boden stehen bleiben. Setzen Sie sich allenfalls jetzt mit ihrem Ringleiter in Verbindung. Grosse Fäuleherde sind bei der Ernte zu umfahren.

Rhizoctonia in Zucerrüben
In einzelnen Parzellen zeigt sich nun die Fäule Rhizoctonia. Die Fäule kann verschiedene Ursachen haben und sollte bei der Ernte umfahren werden. Ansonsten können weitere Rübenkörper am Haufen faulen.

Zukunft
Der Rübenanbau erlebt ein weiteres zufriedenstellendes Jahr, dies trotz grossem Schädlingsdruck im Frühling. Die Sortenprüfung der Fachstelle verspricht spannende Sorten für die Zukunft und man kann diesbezüglich mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Die Landwirtschaft steht dennoch an einem Scheideweg. Bevorstehende Abstimmungen und eine neue AP22+ bringen grosse Veränderungen mit sich. Deshalb ist es von grosser Wichtigkeit, dass wir den Rübenanbau in der Schweiz stabilisieren und die Anbauflächen wieder erhöhen können. 

Bei einem Verlust der Zuckerbranche sind alle Landwirte betroffen, kommen doch gut 18'000 ha Ackerland auf den «Markt», was in anderen Kulturen zu einem allgemeinen Preisdruck führen dürfte. Wenn Sie deshalb gerne wieder einsteigen oder Ihre Fläche ausdehnen möchten, so melden Sie sich doch bei der Zuckerfabrik (052 724 74 29). Sie freut sich auf die Kontaktaufnahme. 

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