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Start in das neue Rübenjahr 2026

Die Rübenkampagne ist auf den Feldern und in den Werken weiterhin im Gange und wird aufgrund des zeitweisen Ausfalls der Fabrik in Frauenfeld über den Januar hinaus andauern. Trotz dieser Geschehnisse kann auf ein ertragstarkes Zuckerrübenjahr 2025 zurückgeblickt werden.

Rückblick 2025

Anders als in den Vorjahren gestalteten sich die Bedingungen für die Aussaat eher trocken. Aus diesem Grund konnten nahezu alle Rüben zwischen Ende März bis Mitte April ausgesät werden. Die mehrere Wochen anhaltende Trockenheit hatte vor allem auf anfangs April gesäte Rüben Auswirkungen. Aufgrund des fehlenden Wassers kam es innerhalb der Parzellen zu starken Unregelmässigkeiten beim Auflaufen. So konnten im gleichen Bestand, zur gleichen Zeit Pflanzen im Keimblatt- und solche im 6-Blattstadium gefunden werden. Diese Auflaufverzögerungen wurden jedoch mit den darauffolgenden Regenfällen wieder ausgewachsen, weshalb eine hohe Bestandesdichte erzielt werden konnte. 

Der Befall von Schaderregern fiel in den Zuckerrüben unterschiedlich aus. Trotz dem verzögerten Auflaufen fielen die Schäden durch Erdfloh und Schnecken eher gering aus. Erdschnaken-Larven sorgten hier und da für lückige Bestände oder selten auch Totalausfälle. Die Ursache solcher Schäden lag oftmals an der Planung der Fruchtfolge. Erdschnaken-Larven sind vor allem dann gefährlich, wenn vor den Rüben eine Kunstwiese platziert wurde. Bei frühgesäten Gründüngungen kann es ebenfalls in der Folge zu Erdschnakenschäden an den Rüben kommen, jedoch ist das Schadensausmass oft geringer. 

Bei den Blattläusen sorgte vor allem die Schwarze Rübenblattlaus für Saugschäden. Die etwas später auftretende Grüne Pfirsichblattlaus samt Viröser Vergilbung trat dieses Jahr dank erfolgreichem Monitoring, den daraus resultierenden Insektizidfreigaben und den herrschenden Witterungsbedingungen eher selten auf. Beim Rübenrüssler sah das jedoch etwas anders aus. Der Rüsselkäfer wurde im gesamten Schweizer Rübenanbaugebiet gesichtet und trat in neuen Befallsgebieten bereits verstärkt auf. Dasselbe gilt auch für die Schilfglasflügelzikade, deren Verbreitung in der Ostschweiz wiederum von der Fachstelle für Zuckerrübenbau mittels Klebefallen überwacht wurde. Die gefangenen und auf SBR-Bakterien analysierten Zikaden wie auch die in der Folge durchgeführten Rübenproben zeigten, dass die SBR-Situation im Kanton Schaffhausen (4 positiv getestete Standorte) und in Teilen des Kantons Aargau (1 positiv getesteter Standort) an Fahrt zunimmt. 

 

Die Rübenqualität sicherstellen

Durch den zeitweisen Ausfall der Zuckerfabrik in Frauenfeld wird die Verarbeitung noch über den Januar hinaus andauern. Dieser Umstand stellt alle Beteiligten vor grosse Herausforderungen. Der Erhalt der Rübenqualität steht in diesen Tagen besonders hoch an der Tagesordnung. Die meisten der noch zu verarbeitenden Rüben liegen an der Miete. Dort sollten diese ZWINGEND vollständig mit einem Rübenvlies gedeckt sein. Zu knapp oder lückig gedeckte Rübenmieten sind Regen und frostigen Temperaturen ausgesetzt. Frost kann die Zellstruktur in der Rübe aufplatzen lassen. Diese Schäden können sich vor allem dann negativ auf die Rübenqualität auswirken, wenn nach dem Frost wieder Tauwetter herrscht, da die Veratmungsprozesse mit Temperaturen über dem Nullpunkt wieder einsetzen. Die Veratmung des Zuckers hat nicht nur Auswirkungen auf die generierte Zuckermenge, sondern auch negative Folgen für die Verarbeitung in den Werken. Durch Veratmungsprozesse entstandene Polysaccharide können die Rohsaftfilter in den Werken verstopfen, wodurch die Verarbeitung ausgebremst wird. 

Zuckerrüben, welche weiterhin im Boden verweilen, sind vielerorts auch von Frostschäden betroffen. Um weitere Verluste gering zu halten, ist eine Rodung der Rüben möglichst nahe beim Abfuhrtermin ratsam. Die Befahrbarkeit der Parzellen gestaltet sich je nach Ausmass von Regen und Schneefällen schwierig. Die beste Möglichkeit für die Rodung besteht daher bei Bodenfrostbedingungen. 

Frostschaden bei Rüben
Glasiges Zuckerrübengewebe spricht für einen Frostschaden. Bei anschliessendem Tauwetter setzt die Veratmung von Zucker innerhalb der Rüben wieder ein, was zu Zuckerverlusten und Schwierigkeiten bei der Veratmung führen kann. Foto: M. Lüscher, SFZ

 

Vorbereitungen 2026

Trotz der anhaltenden herausfordernden Situation steht bereits das nächste Anbaujahr und die Vorbereitungen dazu vor der Tür. Die Bodenbearbeitungen nehmen eine zentrale Rolle ein, damit der Start in die neue Rübensaison glückt. Vielerorts stehen momentan noch Gründüngungen oder dergleichen auf den künftigen Rübenparzellen. Bei der Teilnahme am Programm «Angemessene Bedeckung des Bodens im Ackerbau» muss die Bodenbedeckung bis zum 15. Februar stehen bleiben. Sofern das Wurzelwerk jedoch intakt bleibt, kann die Begrünung bereits vor dem 15. Februar vernichtet werden. Welche oberirdische Vernichtungsform (Schneiden, Beweiden, Mulchen, Walzen etc.) gewählt wird, ist dem Landwirt überlassen. Auch Düngemittel dürfen vor der Frist noch ausgebracht werden.

Neben den bald wieder anstehenden Arbeiten auf dem Feld gilt es auch das Saatgut für die Aussaat vorzubereiten. Die Fachstelle für Zuckerrübenbau führt auch dieses Jahr wieder Keimtests für Zuckerrübensaatgut durch. Haben Sie noch überlagertes Zuckerrübensaatgut und möchten wissen, ob sich dieses noch für die Aussaat 2026 eignet? Schicken Sie uns eine Saatgutprobe zu und wir überprüfen die Keimfähigkeit für Sie. 

Vorgehen für das Einsenden:

  • Für eine aussagekräftige Probe werden mindestens 150 Saatkörner benötigt
  • Name, Mail-Adresse oder Telefonnummer für die Kontaktaufnahme dazuschreiben
  • Sortenname des Saatgutes miteinreichen
  • Schicken Sie die Probe per Brief an eine unserer Adressen:

 

Ostschweiz: Fachstelle für Zuckerrübenbau, Eschikon 21, 8315 Lindau, Strickhof 
Mittelland: Fachstelle für Zuckerrübenbau, Radelfingenstrasse 30, 3270 Aarberg

Keimprobe Zuckerrübensaatgut
Überlagertes Zuckerrübensaatgut kann der Zuckerrübenfachstelle zugeschickt werden. Dabei wird eine Keimprobe durchgeführt, um die Keimfähigkeit des Saatgutes zu überprüfen. Foto: M. Lüscher, SFZ

 

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