So finden Sie uns

Strickhof
Eschikon 21
CH-8315 Lindau
+41 58 105 98 00
info@strickhof.ch

Strickhof auf Social Media

Klimaführung im Wandertunnel bei Erdbeeren im Frühjahr

Lüftungsmanagement und optimale Klimaführung für die Beerenkulturen im Wandertunnel (Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren)

Die Lüftungssteuerung ist ein Kompromiss zwischen Verfrühung und optimaler Lüftung.

Aufgrund hoher Feuchtigkeit ist es wichtig oft und kurzzeitig zu lüften, um die Pflanzenbestände abzutrocknen! = vorbeugender Pflanzenschutz!

Die Einhaltung der optimalen Bedingungen ist für Ertrag und Qualität wichtig.

Diese sind:

  • Temperatur Tag/Nacht: 18-20 °C / 8-10 °C(bei viel Sonne, hoher Lichtintensität 22-24 °C )
  • Luftfeuchtigkeit: 65-75 %
  • Ziele: Frühzeitigkeit = Erntebeginn möglichst 1. Maiwoche
    Arbeitskosten Handarbeitsaufwand möglichst gering halten

 

Vorgehensweise Lüften
Bei sonnigem Wetter ist ab Mitte März bei geschlossenem Vlies leicht zu lüften. Leichtes Lüften bedeutet, einseitig an der windabgekehrten Seite an jedem 10.-15. Bogen die Folie etwa 80 cm hoch zu ziehen. Man kann auch über die Türen lüften, jedoch ist das Klima bei Seitenlüftung im Tunnel gleichmässiger. 

Mit Blühbeginn wird das Vlies im Tunnel tagsüber abgenommen und nur bei Frostgefahr nachts aufgelegt. Die Bestände sollten gegen 11 Uhr trocken sein. Nur dann ist eine gute Befruchtung gesichert. Man entscheidet i.d.R. einmal am Tag in Abhängigkeit von der Wetterlage, wie stark zu lüften ist. Das Lüften sollte etwa zwischen 9 und 10 Uhr abgeschlossen sein. Je nach Wetterlage wird z. B. an jedem 10. jedem 5. oder jedem Bogen zunächst einseitig gelüftet. Danach können zusätzlich die Türen geöffnet werden. Danach wird zweiseitig gelüftet. Wenn die Temperaturen in den Nächten unter 10 °C fallen, sollte der Tunnel bis Erntebeginn nachts geschlossen werden. Werden Nachttemperaturen um oder über 10°C erwartet, kann der Tunnel offen bleiben. 

Das Schliessen der Tunnel erfolgt i.d.R. zwischen 18 und 20 Uhr. Wenn es die Wetterlage zulässt und es nicht zu einer Überhitzung kommt, kann auch früher geschlossen werden. Teilweise wird man bis Erntebeginn mit einseitigem Lüften auskommen. Bei starkem Wind sind die Windseite, die Türen und/oder Giebellüftung zu schliessen. 

Bei Überhitzung des Tunnels (35-40 °C) aufgrund nicht erfolgtem Lüften, darf der Tunnel nicht plötzlich stark gelüftet werden! Stattdessen sollte auf der windabgewandten Seite leicht gelüftet werden, damit die Temperatur auf 26-28 °C gesenkt wird. Bei zu starker Lüftung können sonst ebenfalls Verbrennungsschäden auftreten. 

Ist der Botrytisdruck hoch, dann allgemein etwas früher und stärker lüften! 

Bei großer Hitze kann ein Schattiernetz oder behelfsweise ein Vlies über dem Tunnel für Kühlung sorgen!

Wandertunnel: Düngung im Frühjahr 
Je nach Blattentwicklung und Witterung mit 3-5 kg N/ha pro Woche düngen. Dazu entsprechende angepasste Mehrnährstoffdünger verwenden (z.B. 12-9-36). Auf P-Gehalte des Bodens achten! Wechselnde Zugaben von Kalksalpeter oder Bittersalz haben sich bewährt. Düngepläne mit der Beratung abstimmen! Für eine gute Kulturentwicklung ist die Steuerung der Bodenfeuchte unerlässlich. Hier ist zunächst die manuelle Kontrolle hilfreich. Bewährt haben sich außerdem Tensiometer. Die Bodenfeuchte sollte jetzt bei 180 bis 120 hPa liegen.

 

Merkblatt Klimaführung im Wandertunnel

Weiteres Fachwissen

Pflanzenbau News Strickhof vom 24. Juni 2026
24.06.2026

Pflanzenbau News Strickhof vom 24. Juni 2026

Aktuelle Themen: Säume und Brachen: Einjähriges Berufkraut ¦ Zuckerrüben: Cercospora; Sonnenbrand ¦ Soja: Distelfalter ¦ Futterbau: Eichenprozessionsspinner in der Nähe von Futterflächen
Gemüse-Newsletter der Fachstellen ZH und AG 2/2026
23.06.2026

Gemüse-Newsletter der Fachstellen ZH und AG 2/2026

Aktuelles für die Gemüseproduktion der Regionen AG, BL, GR, ZH und Zentralschweiz vom Juni 2026
Schweine wühlen und entdecken
20.06.2026

Schweine wühlen und entdecken

Der Strickhof prüft, wie Schweine Wühlareale nutzen und welches Material sich am besten eignet. Natürlich darf der wirtschaftliche Vergleich nicht fehlen.
Eichenprozessionsspinner in der Nähe von Futterflächen
19.06.2026

Eichenprozessionsspinner in der Nähe von Futterflächen

In den letzten Jahrzehnten hat die Häufigkeit und Intensität des Befalls von Eichenprozessionsspinnern (Thaumetopoea processionea) zugenommen. Auch Gebiete im Kanton Zürich sind davon betroffen. Bekäm...
Kartoffeln Versuchsbericht 2025
19.06.2026

Kartoffeln Versuchsbericht 2025

Der Strickhof legt jedes Jahr einen Kartoffel-Sortengarten mit neuen, vielversprechenden Kartoffelsorten an und vergleicht sie mit bekannten und bewährten Sorten. Die nahezu optimalen Wachstumsbedingu...
Obst-Info Zürich Nr. 16 vom 18. Juni 2026
18.06.2026

Obst-Info Zürich Nr. 16 vom 18. Juni 2026

Aktuelle Themen: Wetter und Phänologie ¦ Pflaumenwickler: aktuelle Situation; Phänologie als Entscheidungshilfe für Behandlungszeitpunkt; Zugelassene Mittel ¦ Kirschessigfliege ¦ Kernobst: Fruchtausdü...
Regelmässige Zuckerrüben-Feldkontrollen bleiben wichtig
18.06.2026

Regelmässige Zuckerrüben-Feldkontrollen bleiben wichtig

Die Zuckerrüben haben ihre Reihen an den allermeisten Standorten vollständig geschlossen und präsentieren sich schön. Nun gilt es die Felder weiterhin zu kontrollieren, damit auch gesorgt werden kann,...