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Tiergesundheit analysieren

Immunsystem und Stress sind zwei Stichworte, welche so häufig genutzt werden, dass die Bedeutung dahinter schon fast wieder verblasst. Das Immunsystem ist die Basis der Gesundheit, der Stress ist ein Sammelbegriff für gesundheitsgefährdende Faktoren.

Die Arbeit auf dem Feld ist für dieses Jahr vielerorts erledigt, so bleibt etwas mehr Zeit im Stall und die Tiere können genauer beobachtet werden. Dies ist eine gute Zeit, um sich mit der Tiergesundheit auf dem Betrieb zu befassen. Welche Krankheiten sind in meinem Bestand am häufigsten? Eine Analyse des Behandlungsjournals bietet auf diese Frage gute Antworten.
Dabei muss man nicht zu stark ins Detail gehen. Eine Unterteilung der Krankheitsfälle in folgende Organsysteme ist bereits sehr hilfreich:

  • Euterkrankheiten
  • Bewegungsapparat
  • Atemwegserkrankungen
  • Verdauungstrakt & Stoffwechselkrankheiten
  • Fruchtbarkeits- & Geburtsbeschwerden

 

Stellschrauben finden

Die Analyse zeigt, in welchem Bereich das Augenmerk für Optimierungen angesetzt werden soll. 

Werden die Arbeitsabläufe aus hygienischer Sicht sinnvoll ausgeführt oder werden möglicherweise durch Gerätschaften, Kleider und Stiefel Krankheitserreger von den Kühen zu den Kälbern getragen?

Sind die eingesetzten Hilfsstoffe förderlich für die Tiergesundheit oder bieten sie eine mögliches Erregerreservoir? 
Ein Beispiel: Stroh kann in bester Qualität vom Feld geerntet werden, doch wenn es bei Liegeboxen sehr lange im Kopfbereich gelagert wird, kann durch den Speichel der Kühe ein feuchtes Milieu entstehen. In diesem können sich potenzielle Mastitis-Erreger vermehren.

Bietet der Stall genug Platz für alle Tiere und ihre Bedürfnisse? Rangkämpfe gehören zum normalen Sozialverhalten von Kühen. Dafür benötigen die Tiere im Stall entsprechend Platz. Gerade wenn über mehrere Tage kein Weidegang möglich ist. Rangniedere Tiere müssen ausweichen können, ohne in die Enge getrieben zu werden. Fressplätze und Wassertränken dürfen nicht permanent von ranghohen Tieren blockiert sein. Die rangniedersten und ranghöchsten Tiere haben den grössten Stress in der Herde, da sie permanent auf der Hut sind, um aus dem Weg zu gehen oder ihren Rang zu verteidigen. Dieser soziale Stress ist ein Faktor, welcher das Immunsystem schwächt und für andere Krankheiten anfällig macht. Solche Tiere sollten im Krankheitsfall frühzeitig separiert werden, damit der Rangkampf-Stress in der Genesungszeit wegfällt.

Luftqualität beinhaltet Luftfeuchtigkeit und Frischluft, sowie Lufttemperatur im Stall. An regnerischen Tagen lässt sich die Luftfeuchtigkeit im Stall nur schwer senken. Eine hohe Luftaustauschrate, also eine gute Frischluftzufuhr ist dennoch sehr wichtig, denn die Stallluft enthält neben der Feuchtigkeit der Tiere auch Schadgase, Krankheitserreger und Staub.

Externe Perspektiven ermöglichen eine objektivere Beurteilung vertrauter Abläufe.

Die Stellschrauben zur Optimierung der Tiergesundheit auf dem eigenen Betrieb zu finden ist mit dem alltäglichen Blick auf die Dinge teilweise sehr schwer. Die Strickhof Beratung Tierhaltung unterstützt sie gerne in der Analyse ihrer Tiergesundheit mit einer Beratung in ihrem Stall. (CHF 60.-/Std. für ZH-Betriebe)

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