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Zäune immer elektrifizieren

Der Fachabend «Herdenschutz» zeigte auf, wie Nutztiere bestmöglich vor dem Wolf geschützt werden können.

Am ersten Fachabend nach der Sommerpause thematisierte das Team Tierhaltung vom Strickhof den Herdenschutz. Die beiden Organisatorinnen Karoline Schweingruber und Katrin Müller luden als Fachreferent Jürg Zinggeler ein. Der Adjunkt von der Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich informierte über die Lebensart des Wolfes und dessen Verbreitung. Aktuell sind in der Schweiz elf Rudel vorhanden, zirka 170 Tiere, die Tendenz sei steigend. Zum Beuteschema gehören insbesondere Wildtiere, zudem Schafe, Ziegen, Rinder sowie Aase und Abfall. Jürg Zinggeler betonte, dass der Mensch nicht zum Beuteschema eines gesunden Wolfes gehöre. 

Grundschutz bereits ausreichend

Weiter informierte Andrea Sulig von der Agridea, welche Zäune zum Schutz der Nutztiere vom Bund unterstützt werden. Dabei wird zwischen einem Grundschutz und einem empfohlenen Schutz unterschieden. Bei genügender Elektrifizierung sind die Tiere beim Grundschutz (z.B. Flexinetz 90cm hoch) bereits gut geschützt, jedoch wird nur der empfohlene Schutz vom Bund unterstützt. Das sind insbesondere 5-litzige Zäune, Weidenetze in der Höhe von mindestens 105 cm und elektrische Verstärkung von Knotengittern. Isa Steenblock vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) erläuterte die Bedingungen für die Unterstützung von Tierhaltern durch den Sonderkredit, womit Material, mobile Unterkünfte und Personal angeschafft werden können.

Flatterbänder anbringen

Bruno Zähner, Herdenschutzbeauftragter des Kantons Zürich, zeigte den Zuschauerinnen und Zuschauer live von der Weide verschiedene Zaunsysteme. Wichtig sei, dass die Zäune straff gespannt sind und den Boden ausreichend abdecken, so dass die Wölfe weder über den Zaun springen noch unten durchkriechen können. Er appellierte, Zäune immer zu elektrifizieren. Ansonsten müssten sie abgebaut werden, damit der Wolf nicht über die Netze springen lerne. Bei den weit verbreiteten Flexinetzen empfiehlt er, Flatterbänder anzubringen, weil die Nutz- und Wildtiere die orange Farbe kaum sehen. Die Flatterbänder können bei der Agridea gratis bezogen werden.

Text: Ursina Berger

Weitere Informationen

  • Vorgehen bei einem Verdacht auf einen Wolfsriss: Am Ort des Geschehens nichts verändern und umgehend der Fischerei- und Jagdverwaltung ZH melden: 043/257 97 97.
  • Der SMS-Warndienst Wolf informiert über gesicherte Wolfsvorkommen. Aktivieren Sie ihn mit einer SMS und dem Vermerk «Start Wolf» an die Nummer 079 807 21 72.
  • Auf der Internetseite www.herdenschutzschweiz.ch sind umfassende Informationen zum Thema Herdenschutz zu finden.

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Fachabend Mutterkuhhaltung

Am Dienstag, 27. September 2022, findet von 19.30 bis 21 Uhr ein weiterer Tierhaltungsfachabend zum Thema «Mineralstoffversorgung in der Mutterkuhhaltung» statt. Calcium, Phosphor, Magnesium - welche Mineralstoffe und in welcher Menge braucht eine Mutterkuh und ihr Kalb? Ob in Blockform oder lose - was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verabreichungsformen? Diese und noch mehr Fragen werden an diesem Fachabend besprochen.

Anmeldung auf kurse.strickhof.ch

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